Gebremst oder nicht?

  • Mal eine Anmerkung von mir zum Thema: man merkt den Qek nicht hinterm Zfz:


    Meine Erfahrungen beruhen auf einem 500 kg, mechanisch gebremsten Qek Junior.


    Als Zfz kamen zum Einsatz:

    - Golf 2, 90 PS

    - Octavia RS TDI 184 PS

    - Octavia TDI 150 PS


    an allen 3 Fahrzeugen habe ich den Qek sehr wohl gemerkt, auch beim Beschleunigen. Ich war sogar etwas überrascht, dass die TDIs knappe 9 Liter Diesel auf 100 km mit dem Qek schlucken. Der Golf 2 nimmt im Schnitt 9,5 Liter Benzin. Bei allen Zfz kommt es natürlich auf die Windrichtung an.

    Und zum Bremsen: auch beim RS TDI, der 1800 kg gebremst ziehen darf, merkte ich reindrucksvoll, wann und wie die Auflaufbremse gegriffen hat!

    Ein SUV-Fahrer erzählte mir von im Prinzip gleichen Erfahrungen mit seinem Wowa, der nur etwas größer als der Junior war, ich glaube es war ein Südwind älteren Baujahres.


    Wie sich das Ganze natürlich bei einem Transporter (z.B. Friedels roter Stern) auswirkt, kann ich nicht sagen. Meine Aussagen beziehen sich auf die o.g. PKWs und auch im Zusammenhang mit meinem HP 750, der ungebremst ist.

    Mich stört immer nur, wenn behauptet wird, dass man den Qek ja gar nicht merken würde...


    Fazit: ich würde immer wieder zu einem gebremsten Qek (egal ob nun mech. oder hydr.) raten, auch wenn so eine Bremse etwas mehr kostet. Auch ich habe meine mech. Bremse nach den Kauf gangbar gemacht, der Auflaufdämpfer war auch platt, aber außer von Zeit zu Zeit mal die Bremse ein bißchen nachstellen, muss ich bisher nichts machen. Die Beläge werden sicher in 1-2 Jahren mal fällig sein, das sind noch die ersten.

    Dafür hat der mech. gebremste die Rückfahrautomatik :saint:.

  • Probleme beim hydraulischen, das festgammeln kommt eigentlich nur wenn die Bremsflüssigkeit nicht regelmäßig gewechselt wird. Die zieht Feuchtigkeit an, diese sammelt sich im Vorratsbehälter und wird mit der Bremsflüssigkeit in die Leitungen und Bremszylinder eingetragen. Kommt da "Wasser" rein fängt es an zu rosten... bei unserem kommt spätestens alle 2 Jahre neue Flüssigkeit rein, bei den Zylindern kommt vor dem Einbau etwas "Bremsenfett" an die Laufbahn und die Kolben, in die Staubmanschetten.. da rostet nichts... Klar beim mechanischen jedes Jahr mal "ein Hub" mit der Fettpresse die Seile geschmiert ist schneller gemacht... aber auch das machen viele nicht.. da gehen die Seile auch irgendwann "fest"...

    Kommt wie schon von anderen geschrieben immer alles auf die Wartung und Pflege an... die meiste Zeit des Jahres als "Laternenparker", dann ab in den Urlaub oder mal fix kurz zuvor zum TüV... das kann schon schief gehen.. ;)


    Bei der Frage Bremse oder nicht bin ICH immer bei gebremst, erst recht bei kleinen Zugfahrzeugen...


    Auch bei großen Zugfahrzeugen bevorzuge ICH gebremst.. warum... kannst ja mal im Reisebricht nachlesen... ;) mit einem ungebremsten wäre der "Zwangsstop" wohl schon einige Spitzkehren zuvor gewesen.. ;)


    Der Rote Stern mit dem "Neuen" auf Urlaubstour mit "Umwegen" - Reiseberichte - QEK Forum (unser-qek-forum.de)


    Oder "Papstwahl" in der Suchmaschine eingeben.. ;) :)


    Grüße

    Friedel72

  • Zitat

    eigentlich nur wenn die Bremsflüssigkeit nicht regelmäßig gewechselt wird. Die zieht Feuchtigkeit an

    Friedel, was hälst du von DOT 5? Die zieht ja kein Wasser an und soll an sich auch viel toller sein etc. Hast da Erfahrungen?

    Mein neues Spielzeug: Qek junior HP500 hydraulisch gebremst :love:

  • Na ja klar merkt man den Qek am Zugfahrzeug wohl selbst bei 500 PS, einfach weil man gewohnt ist wie das Auto ohne Anhänger beschleunigt und bremst. Beim Lkw würde, an das aufgrund der großen Eigenmasse wohl nicht mehr merken.

    Und wenn man die Bremsanlage beim Hydraulischen komplett neu macht würde ich gleich auf Silikon Bremsflüssigkeit gehen dann braucht man die nicht mehr Wechseln und das Problem mit hygroskopie also dem Wasser hat sich dann auch erledigt.

  • Gebremst oder nicht?

    Es ist im Ernstfall der entscheidende Meter Unterschied. Egal mit was man den Anhänger zieht.

    Dafür hat der mech. gebremste die Rückfahrautomatik :saint:.

    Durch das außer betrieb setzen der hydraulischen Bremse über den Hebel kann man dafür den Anhänger ohne jeden Wiederstand rückwärts schieben. Die Rückfahrautomatik löst die Bremse nicht zu 100%. Hat also beides was.

  • der hydraulische ist für kleinere Kisten besser, weil der im gesamten sanfter bremst...

    Hab ich mir sagen lassen. ich hab Karren alle über 2t da merk ich nichmal ob da überhaupt ä Hänger is. :D

    Was ewig hält, das bringt kein Geld!(vermutlich Carl Benz)

  • Friedel, was hälst du von DOT 5? Die zieht ja kein Wasser an und soll an sich auch viel toller sein etc. Hast da Erfahrungen?

    Jetzt geht das Thema wieder los||.

    DOT 5 gehört da nicht 'rein. Außerdem ist das der Vorteil von DOT 3 oder 4, daß die Bremsflüssigkeit eben Wasser bindet, damit bei Minusgraden evtl. entstandenes Kondenswasser in kleinen Tröpfchen nicht die Bremsleitungen verstopfen kann. DOT 5 hat eigentlich nur den Vorteil, daß die einen höheren Siedepunkt als DOT 3...4 hat, kann im Gegenzug aber kein Wasser binden. Deswegen wird die eigentlich hauptsächlich im Rennsport, im Militärbereich und wahrscheinlich auch in der Luftfahrt verwendet, muß aber dann in deutlich kürzeren Intervallen gewechselt werden.

    Zudem ist der Wassereintrag in einem intaktem System so minimal, daß dieses Problem kaum der Rede wert ist, sonst müßte ja die Bremsflüssigkeit mit der Zeit immer mehr werden.

    Die Bremsanlage rostet auch nicht von innen, dazu wäre ja auch noch Sauerstoff vonnöten, sondern immer von außen, da die Radbremszylinder und Hauptbremszylinder in der Regel Stahlgußteile sind und relativ schlecht von Umwelteinflüssen fern gehalten werden können.

    Der Rostbelag zerstört dann die Dichtmanschetten und so kommt es zu Undichtheiten an HBZ und RBZ bis zum kompletten Festrosten der RBZ.

    Wir haben bei Kunden Geräte laufen, die sind schon 30 Jahre alt, da hat noch nie jemand die Bremsflüssigkeit gewechselt, höchstens mal nachgefüllt und funktioniert alles noch einwandfrei.

    36035596ev.gif36035462wb.png

    In 12 Jahren 110 Camping- Stellplätze in 15 Ländern besucht, die km seit 100.000 zähle ich schon nicht mehr!


    Wenn ihr auf Reisen geht um etwas Anderes zu sehen, dann beklagt euch nicht wenn alles anders ist.

  • Dann erkläre mal wie die Radbremszylinder und auch der Geberzylinder innen total verrosten konnte

    HBZ rostet von der Stößelseite her, da dort durch Undichtheiten der Dichtmanschette nach außen schon Kondenswasser eindringen kann. Das fällt auch meistens nicht gleich auf, weil die Bremsflüssigkeit über die Jahre in kleinen Tröpfchen wegdiffundiert und, wenn sich der HBZ nicht gerade im Innenraum befindet, auch kaum Spuren hinterläßt.

    Die RBZ dürften eigentlich niemals von innen her verrosten, da die Bremsanlage (weißt du ja als KFZ-Meister) auch im Ruhezustand unter Vordruck steht, und somit von außen kein Wasser eindringen kann.

    Soviel Wasser und Sauerstoff, kann in die Bremsflüssigkeit im geschlossenen System garnicht eindringen, daß Korrosionserscheinungen am RBZ von innen her auftreten. Selbst wenn die Bremsflüssigkeit über den HBZ wenige ml Wasser aufnehmen sollte, vermischt sich das über die dünnen Bremsleitungen noch lange nicht mit der Bremsflüssigkeit in den RBZ.

    Ich habe bei mir ein hydraulisch gebremstes CT5-Fahrgestell (Bj. 1975) seit 35 Jahren laufen. Das Teil hatte beim Vorbesitzer ca. 20.000 km und bei mir bis vor 2 Jahren 35.000km weg. Da gab es noch nie Probleme mit den RBZ. Den HBZ habe ich in der Zeit glaube ich 1 oder 2mal erneuert, sonst bzgl. Bremshydraulik nur einmal Bremsleitungen und Schläuche. Dabei natürlich Bremsflüssigkeitswechsel.

    Probleme gab's eher mechanisch, bzgl. Schubstück bzw. Bremsbeläge nach 30 Jahren durch Unterkorrossion vom Belagträger gelöst.

    Hat mir dann 'ne komplette Bremsseite incl. Ankerplatte gekostet.

    Noch etwas zur Wasseraufnahme der DOT-4


    bw05-grafik-ampel-c56f.jpg


    Selbst bei 5% Wasseranteil ( das wären bei ca. 250ml Bremsflüssigkeit im QEK-Bremssystem) ca. 12,5 ml, was schon relativ viel ist, sinkt die Siedetemperatur, welche ja allgemein zum Bremsfading führt, auf 150°C. Das wird im Anhängerbetrieb in den RBZ niemals erreicht, außer es wird mal 'ne Sportdisziplin "Paßbergabrennen mit Wohnwagen" aus der Taufe gehoben.

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