Mal wieder Baltikum

  • Heute nun endlich Teil 1 des Reiseberichtes Baltikum 2018, diesmal Hobbyurlaub ohne die bessere Hälfte. Stattdessen Männerurlaub....


    Vorbemerkungen:

    Einen gewissen Faible für das Baltikum kann ich nicht verleugnen, vor allem Inseln haben es mir angetan. Dieses Jahr waren gleich 2 dabei, im ersten Teil die Insel Kihnu, Weltkulturerbe.


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    Ab ging's mit der Fähre, meine Mitreisenden wollten unbedingt diese Tour

    Travemünde-Klaipeda mit der URD


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    Angekommen nach 26h, für mich das nächste Mal wieder Strasse




    Weiter über Riga (aufpassen, nicht dem Navi durch die Stadt folgen) über Salaspils A9, A5, A4, A1 bis Saulkrasti, dort autarke Zwischenübernachtung an der Polizeistation . Am nächsten Morgen weiter nach Pärnu. Dort shopping und Frühstuck in Einkaufszentrum mit mehr als genügend Parkplätzen auch für eine Zwischenübernachtung geeignet. Da wir frühmorgens ankamen war shopping in Lettland nicht drin, ist deutlich billiger als in Estland. Hier wird einem klar, wie wenig Geld wir in D für Lebensmittel ausgeben (11% unseres Einkommens im Schnitt). Da müssen unsere neuen EU-Bürger detlich mehr hinlegen, auch im Discounter. Also, wer die Tour ohnehin fährt kauft besser noch in Lettland ein, z.B. in Salacgriva.

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    Weiter zum Hafen Munalaid, auch ein guter Autarkstellplatz


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    Ankunft auf Kihnu, an den Masten im Vordergrund werden die Flaggen der Länder gehisst aus denen Gäste auf der Insel sind, nette Geste finde ich.
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    Viel Platz im Außenbereich vom Rannacamping Linaküla, etwas weit zu den Duschen, aber dafür Strom aus der Festscheune und Trockenklo vorhanden. Wir hatten auf dem Platz Hütten gemietet und die Anhänger fürs Hobby genutzt
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    Viel Strand für uns




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    Keine Karibikstrände, aber trotzdem Klasse





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    Einiges an Möglichkeiten
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    Leuchtturm
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    600 Einwohner, 2 Läden, Restaurants
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    Inselgeschichte


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    Und immer Netz mit 4G, Funklöcher unbekannt...



    Nach vier Nächten ging's auf die nächste Insel, Fortsetzung folgt. Noch ein paar Tipps zur Reiseplanung:

    Fähren unbedingt rechtzeitig buchen, die Fähre nach Kihnu kann man für den Juni ab April hier buchen, Abwicklung völlig problemlos, auch am Hafen.

  • Im Teil 2 nun die Insel Hiiumaa. Wenn Euch touristische Infos fehlen sollten, wir waren hobbymäßig unterwegs und haben eher wenig Fotos gemacht. Fragen zur Tour und zu den besuchten Orten beantworte ich gern.

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    Wir verlassen Kihnu

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    Zwischenstation in Haapsalu, Zarenbahnhof


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    Ordensburg

    In Haapsalu erstmal die Vorräte aufgefüllt und ein wenig Tourismus gemacht, ich kannte das Städtchen ja schon. Wer autark stehen will, kann das am Zarenbahnhof (tagsüber auch WC verfügbar) mit Supermärkten und der Innenstadt in Laufweite machen. Ansonsten 2 Plätze am Wasser mit Dixies verfügbar, einer davon hier, der andere nur ein paar hundert Meter entfernt. Bummel durch die Innenstadt lohnenwert, nette und kompetente Tourist-Info, viele nette Kneipen. Einige Bilder sind auch in meinem Bericht vom Vorjahr.


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    Hiiumaa-Impressionen


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    CP Randmae Puhketalu, mehr Infos weiter unten


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    Quizfrage, was ist das??? Ich kannte den Sport noch nicht...


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    Und wieder viel Wasser für wenige Menschen


    Fähre Rohuküla-Heltermaa auch rechtzeitig buchen, war am Freitagnachmittag knüppelvoll, aber mit schnellem WLAN und guter Gastronomie. CP kostet 15€ inkl. Strom, wir hatten uns aber zu den beiden Stellplätzen einen Trailer gebucht (nicht ganz billig) um an exponierten Plätzen ruhig stehen zu können. Andere Gäste aus D und Finnland und die Sportler (siehe Foto oben). Der Platz hat mehrere Unterkunftsmöglichkeiten, Zimmer, Trailer, Camping). Auf Hiiumaa gibt's auch genügend Möglichkeiten autark zu stehen, ein paar nette Häfen und in der Inselhauptstadt Kärdla genügend Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Unbedingt mal hier einen Kaffee trinken gehen, einfach nett und preiswert.


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    Installation???


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    Das Inselbier


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    Und wieder Fähre


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    Diesmal ganz vorn
  • So, Teil 3 der Reis. Wieder über dieses Portal ein schönes Ziel gefunden. Für mich ein absolutes Naturerlebnis, bei Windstärke 9-10 habe ich einfach mal die ungezähmte Natur genossen. Vorher wieder in Haapsalu die Vorräte aufgefüllt und gut gegessen, dann weiter.





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    Irgendwie das Ende der Welt, zumindestens von Estland. Eine stürmische Halbinsel mit ziemlich wenig ringsrum, wenn auch in der Umgebung schon echt nette Häuschen gebaut werden. Den Junior habe ich nicht abgehängt und es gab eine weitere autarke Nacht. In meinem Beitrag vom letzten Jahr habe ich ja schon die kostenlosen Plätze der estnischen Forstwirtschaft (RWK) mit Link erwähnt. Das ist wieder einer davon. Der Hammer war die neu ausgebaute Schutzhütte, Couch drin, keine Beschädigungen/Schmierereien an der Hütte und dem Trocken-Klo, alles i.O.. Bin mir nicht sicher, ob das auch bei uns so klappen würde. In der Hütte hatte ein Naturbeobachter sogar Brille und Campingsessel stehen lassen, ohne daß etwas weggekommen wäre. Und das bei eingem Publikumsverkehr. Neben unseren 2 Autos mit Trailern waren im Verlauf des Abends sicher noch ein Dutzend Besucher vor Ort.

    IMG_20180619_183930237_BURST001.jpgEiner schläft im Auto, 2 im Junior, bei der Lage verkehrt herum...


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    Trockenklo, absolut sauber und mit Papier bestückt vor Ort

  • Und weil ich so gut in Form bin, gleich noch den letzten Teil der Reise hinterher, diesmal ging's wieder von Nord nach Süd durch Estland, Einkauf in Salacgriva und wieder außenrum um Riga zum Kap Kolka. Die Strasse 131 über Jurmala fand ich Klasse, jede Menge ruhige Plätze am Meer. Da komme ich mit Sicherheit noch mal drauf zurück.


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    Kap Kolka, die Spitze, mehr Fotos und Infos in meinem Bericht vom Vorjahr


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    Aussichtspunkt


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    Nationalpark mit einigen Sehenswürdigkeiten


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    Genau so eine Dürre wie bei uns zu Hause im Juni, Wiese total vertrocknet


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    Camping Usi, rustikal mit guter Lage

    Hier der Link zum CP, nix für empfindsame mitreisende Damen. Kap Kolka sollte man sich ansehen.


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    Olympisches Zentrum Ventspils


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    Schöne Parks


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    Und was für Kinder

    Auf der Tour zur Fähre Zwischenstation in Ventspils, das Olympische Zentrum hat einen riesigen Parkplatz (auch zum autark stehen) in Laufweite zur Stadt. Dann weiter nach Liepaja zur Fähre, aus den Möglichkeiten der Zwischenübernachtung vor der Fähre diese hier gefunden. Großer Parkplatz, allerdings in der Nähe der Kneipenmeile und es war Mittsommernacht und trotz Regen zuviel Betrieb und Lärm. Sollte ich das nochmal machen, würde ich eher in der Nähe des Hafens übernachten.

    So, das war's, ich hoffe Euch einige Anregungen gegeben zu haben. Sollte sich jemand an der merkwürdigen Formatierung stossen, ich erstelle diese Beiträge mit dem Editor von Blogger und kopiere dann nur. Erspart mir picr usw, sieht allerdings leider nicht ganz so schick aus. Geht aber dafür recht zügig.

  • Solchen 600 Einwohner Ort mit Läden und Kneipe, gibt es das hierzulande noch?

    Die Insel hat 2 Läden, Grillrestaurant, noch 1 oder 2 Kneipen, Imbiss am Hafen, einige Höfe auf denen man essen kann. Läuft auf Kihnu natürlich nur im Sommer, die Läden sind ganzjährig geöffnet. Im Baltikum haben viele der kleinen Dörfer noch einen Laden, wie immer das auch funktioniert. Die haben auch Sonn- und Feiertags auf, Nachschub ist nie ein Problem.

    In D sind die Läden meist schon lange eingegangen, wir haben vor Ort noch einen weil das ein "Zentraldorf" ist aber Kneipe ist auch nicht mehr. Und Sonntags im östlichen Nachbarland einkaufen geht ab diesem Jahr nur noch am ersten und letzten Sonntag im Monat, im nächsten Jahr nur noch 2x pro Monat und ab 2020 so ähnliche Regelungen wie bei uns.

  • Das mit den fehlenden Läden auf den Dörfern ist schlimm. Und wieder sind die Schwächste am meisten betroffen. Die Alten die nicht mehr mobil sind und die Armen die sich kein Auto leisten können. Bei Tante im Harz ist es das Ereignis der Woche wenn der Bäckerwagen kommt. Und die Brötchen werden für „frisch“ erklärt bis der Wagen das nächste mal kommt. Nicht wirklich schön.

  • Nicht wirklich schön.

    Da gab's in ganz kleinen Dörfer in der DDR schon damals den Witz, was denn die drei wichtigsten Tage der Woche wären:

    Dienstag, weil da kam "Dallas"

    Mittwoch, denn da kam "Denver"

    Und Donnerstag, denn da kam der Fleischer....

    Ich arbeite auf einem Dorf mit etwa 270 Einwohnern, da stehen die Rentner an allen Ecken des Dorfes, wenn die rollenden Versorger kommen, der nächste Laden ist 4km weg und wer kein Auto hat oder , wie jetzt in den Ferien, nicht mit dem Bus in die Stadt kommt bzw. von Verwandten mit versorgt wird, hat ein echtes Problem.

    Für mich stellt sich einfach die Frage, wie die das dort finanziell darstellen. Nehmen wir wieder Kihnu, alles was auf die Insel kommt ist natürlich teurer als auf dem Festland, aber wenigstens verfügbar. Ich habe im Baltikum (und auch in Polen) aber auch kleine Läden in Dörfern mit unter 100 Einwohnern gesehen und da frage ich mich, wie die das machen. Das geht dann nur im Nebenerwerb, weil man keine Alternative hat. Lohnkosten kann so ein Laden nicht erwirtschaften.

  • Ja ja die kleinen Läden im Baltikum:)

    Hab das noch so in Erinnerung - eine Seite im Laden Lebensmittel und andere Seite Wodka ;)

    In Estland wurde uns erst nach 10 Uhr Alkohol verkauft:evil: und im Brot war öfters Kümmel:huh:


    Danke für den informativen Bericht:thumbup:

    Schorsch in 2018 - 8 Länder - 11 520 km - 62 ÜN - autark ohne Strom

  • In Estland wurde uns erst nach 10 Uhr Alkohol verkauft und im Brot war öfters Kümmel

    Wir haben im Supermarkt auch schon vorher die Bier- und sonstigen Vorräte aufgefüllt, wir sahen sicher "bedürtig" aus:D Und Kümmel im Brot ist doch Klasse :), aber mit der Meinung steht man auch hier in der Uckermark schon ziemlich alleine da. Man ist eben ein "Tojetreckter" als Kümmelesser. Dein Foto zeigt schon einen etwas größeren Laden, die Aufteilung ist so gewählt, daß die hochwertigeren Waren und die hochprozentigen Alkoholika nicht in Selbstbedienung verfügbar sind (schwundbedingt). selbst erlebt 2016 u.a. in Kurtuvenai (Litauen), da mußten wir der Verkäuferin auch mit dem Translator erklären, was wir von hinter der Theke wollten, die Gute (in meinem Alter) hat sich standhaft geweigert (trotz höflicher Nachfrage) mit mir po russki zu kommunizieren. Übrigens spiegelt die Regallänge und die Warenaustattung schön das Konsumverhalten wieder...

  • Übrigens spiegelt die Regallänge und die Warenaustattung schön das Konsumverhalten wieder...

    Mal abgesehen von den Regalreihen mit Medizin in Form von Wässerchen da , ab Polen nach Osten zu steigt auch das Angebot an roter Beete rapide - ob frisch oder im verarbeiteten Zustand - was ich persönlich wieder gut finde:thumbup:

    Schorsch in 2018 - 8 Länder - 11 520 km - 62 ÜN - autark ohne Strom

  • an roter Beete rapide

    Das Zeugs esse ich nun wieder nicht, wurde hier in der Gegend bis vor einigen Jahren für einen großen westdeutschen Gemüseverarbeiter von seinen ostdeutschen landwirtschaftlichen Tochterunternehmen angebaut, da hättest Du nachstoppeln können. Auf dieser Tour wurde eh nur nebenher gegessen und geschlafen, manchmal findet sich bei 4 Männern einfach kein Küchenpersonal:). Da sind die Reisen mit der Holden doch gemütlicher...

  • Die Leute machen ihren Dorfladen nicht zu weil die keine Lust mehr am Geld verdienen haben!

    Meist ist es doch so das der "Wocheneinkauf" im 4km entfernten Supermarkt gemacht wir und das berühmte Stück Butter was vergessen wurde wird dann im Dorfkonsum gekauft. Macht der dann dicht ist das Geschrei groß... KEINE VERSORGUNG MEHR.... ;(;(;(


    Im Ausland, in meinem Fall Ungarn, müssen die Leute die einen Laden betreiben auch Geld verdienen um ihre Kosten zu decken. Im Grunde nicht anders als bei uns, aber da fahren die Leute mit dem Fahrrad hin oder laufen noch zu "Konsum".... in Deutschland ist jeder "Erschossen" wenn er kein Auto zu Brötchen holen hat... Komische Welt! ;)


    Bitte keine Hinweise auf... Schlecht laufen können und so!

    Meine Eltern waren beide Invaliedenrentner, mein Vater im Rollstuhl.... kenne das Problem!


    Grüße

    Friedel72

  • Die Blonde rechts hat mir mächtig angehimmelt da . Hab mir nur verlegen den Schnäuzer nach unten gestrichen nach Germanenart .Denke mal next Jahr geht die Invasion Richtung Baltikum:Transport_Smilie_5:

    Schorsch in 2018 - 8 Länder - 11 520 km - 62 ÜN - autark ohne Strom